Mittwoch, 29. Dezember 2010

Wie viel kostet die Haltung eines Ridgebacks?


Bevor man einen Hund „adoptiert“, sollte man nicht nur darüber nachdenken, ob man in der Lage ist, sich 10-15 Jahre um ihn zu kümmern, ihn artgerecht zu halten und ihm ein liebevolles Zuhause zu bieten, man muss sich auch darüber im klaren sein, dass die Haltung eines Hundes recht kostenintensiv sein kann. Manch ein Hundefan ist sich gar nicht darüber bewusst, welche Kosten auf ihn zukommen könnten. Die Stiftung Warentest berechnete im Jahr 1999, dass ein Hund im Verlaufe seines Lebens 5.000 - 10.000 Euro kostet. Mal sehen...

Die Anschaffungskosten für einen Rassehund mögen hoch erscheinen, stellen jedoch im Laufe der Jahre einen eher kleinen Betrag dar:

Anschaffungskosten: Rhodesian Ridgeback aus VDH-Zucht: 1.500-2.000 Euro

Kosten Welpenhaltung:
  • Verstellbares Geschirr: 30 Euro
  • Verstellbares Halsband: 10 Euro
  • Hundeleine: 25 Euro
  • Welpenbett: 30 Euro
  • Hundenapf (2 x): 15 Euro
  • Spielzeug: 30 Euro
  • Fellpflegehandschuh: 2 Euro
  • Clicker: 5 Euro
  • Leckerlitasche: 15 Euro
  • Zeckenzange: 5 Euro
  • Kotbeutelbox: 3 Euro
  • Kotbeutel: 15 Euro pro Monat
  • Welpenspielstunde: 60 Euro
  • Haftpflichtversicherung: 60 Euro pro Jahr
  • Impfung SHP, 12. Woche, 16. Woche: 2 x 25 Euro
  • Impfung Tollwut nach der Zahnung: 25 Euro
  • Hundefutter (BARF/Hochwertiges Fertigfutter): 40 Euro pro Monat/60 Euro pro Monat - Welpen benötigen ca. 6% ihres Körpergewichtes

Kosten für einen gesunden Rigeback in den ersten 12 Monaten im Schnitt: 1.000 Euro + 1.700 Euro Anschaffungskosten.

Der Hund wächst langsam heran. Im Alter von ca. 12 Monaten ist das Skelettwachstum eines Ridgebacks abgeschlossen. Der Hund wird zwar noch etwas zunehmen, aber er wird nicht mehr großartig wachsen. Daher kann man nun stabile, hochwertige Halsbänder, Leinen & Co. kaufen, die einige Jahre halten, denn der Hund wird nicht mehr aus ihnen herauswachsen.

Kosten Haltung erwachsener Hund:
  • Geschirr (Maßanfertigung): 40 Euro
  • Halsband (Leder): 70 Euro
  • Leine (Leder): 70 Euro
  • Hundebett (groß): 90 Euro
  • Neues Spielzeug: 50 Euro
  • Hundesteuer: 30-120 Euro pro Jahr (je nach Gemeinde, RR gelten nirgends als gefährliche Hunde)
  • Haftpflichtversicherung: 60 Euro pro Jahr
  • Hundefutter (BARF/Hochwertiges Fertigfutter): 50 Euro pro Monat/75 Euro pro Monat
  • Tollwutimpfung alle 3 Jahre: 25 Euro
 Optional:
  • Leuchthalsband: 35 Euro
  • Fahrradhalterung: 35 Euro
  • Reizangel: 30 Euro (Sport)
  • Doppelpfeife: 10 Euro (Sport)
  • Schleppleine/Feldleine: 15 Euro
  • Junghundkurs: 200 Euro
  • Booties: 70 Euro (Sport)
  • Hundemantel: 60 Euro (Sport)
  • Schwimmweste: 90 Euro (Sport)
  • Spot-Ons (gegen Ungeziefer): 10 Euro pro Monat
  • Hundegitter (Auto): 115 Euro
  • Hundebox (Auto): 270 Euro
  • Schutzdecke/-wanne (Auto): 140 Euro
  • Sicherheitsgurt (Auto): 50 Euro
  • Hundeschutzhöschen (für Hündinnen): 10 Euro
  • Wechseleinlagen: 2 Euro 
Außerdem:
  • Aufenthalt Hundepension: ab 25 Euro pro Nacht
  • Mitnahme eines Hundes in ein Hotel: ca. 15 Euro pro Nacht
  • Bahnfahrticket für den Hund: entspricht Kinderfahrpreis (Bahncard nicht möglich)
  • Meldegebühr für Ausstellungen: ca. 40 Euro
  • .....

Hier sind der Fantasie eigentlich keine Grenzen gesetzt. Die Liste ist geradezu endlos verlängerbar. Man kann für Hunde alles Mögliche kaufen. Meistens bleibt es nicht bei einem Halsband oder einer Leine. Nein, es werden auch noch Hundebücher gekauft, weiteres Spielzeug, weitere Trainingshilfen oder wie wäre es mit einem extra tollen Halsband für den Hund? Die Ausgaben für einen Hund können ausufern…. Aber selbst wenn man sich auf das Nötigste beschränkt, sind die Kosten recht beachtlich.

Kosten für einen gesunden Rigeback im 2. Lebensjahr im Schnitt: 1.900 Euro - wenn man nicht alle aufgeführten Gegenstände kauft ;-)

Tierarztkosten
Da dieser Punkt je nach Gesundheitszustand des Tieres bei quasi 0 oder auch bei mehreren tausend Euro liegen kann, führe ich ihn gesondert auf. Es kann immer wieder vorkommen, dass er Hund sich verletzt oder gar eine chronische Erkrankung entwickelt. Aus der Gebührenordnung für Tierärzte gehen die entsprechenden Regelsätze hervor.

Hier mal einige Beispiele aus der Praxis:
Eine allgemeine Untersuchung schlägt bereits mit ca. 20 Euro zu Buche, eine kleine OP (z. B. Knochenbiopsie) kostet ca. 300 Euro, ein MRT kostet ca. 250 Euro. Auch Medikamente sind natürlich teuer: 100 Kapseln Vetmedin (Behandlung von Herzinsuffizienz) kosten 70 Euro und sind nach 50 Tagen i.d.R. aufgebraucht, eine Flasche Metacam (Schmerzmittel) kostet 17 Euro. Und Laboruntersuchungen sind auch kein Schnäppchen: Untersuchung einer Gewebeprobe 40 Euro, Laborkosten Allergietest: 200-250 Euro.

Auch der Tod ist nicht umsonst: Euthanasie (Einschläferung) eines Ridgebacks mit Hausbesuch: 105 Euro, Einäscherung eines Ridgebacks inkl. Urne: 400 Euro.

Man kann keine generelle Aussage treffen. Ich kann nur für meinen Neo sprechen. Er litt jahrelang unter Allergien, die Fellprobleme und Durchfall verursachten, hatte einmal einen Unfall mit einer großen Hautverletzung – welche unter Narkose genäht werden musste, hatte einmal eine Babesiose-Erkrankung und litt am Ende seines Lebens an Knochenkrebs und hatte einen Mastzellentumor, der entfernt wurde. Letztendlich musste er eingeschläfert werden. Ich würde sagen, das ist ein gar nicht so ungewöhnlicher Verlauf eines Hundelebens: Ich habe für Neo in den 9 Jahren seines Lebens schätzungsweise 4.000 Euro für Tierarztbesuche hingeblättert.
Man sollte für Tierarztkosten schon einen größeren Betrag einplanen, oder aber wenigstens eine OP-Versicherung abschließen. Eine generelle Krankenversicherung für Hunde lohnt sich i.d.R. nicht. Dann lieber monatlich etwas Geld beiseite legen.

Zubehör für Frauchen/Herrchen:

Das ist auch noch ein Punkt, den man schnell mal vergisst: Die meisten frisch gebackenen Hundebesitzer werden feststellen, dass ihr Kleiderschrank so gar nicht für die artgerechte Haltung eines Hundes ausgestattet ist. Klar, wer schon immer ein Outdoorfreak war, hat jede Menge geeignete Kleidung im Schrank. Stubenhocker jedoch begeben sich bei Regen oder extremer Kälte eher nicht vor die Tür. Das ändert sich, sobald ein Hund einzieht...

Was man braucht:
  • Wasserabweisende 2in1 Doppeljacke: 150 Euro
  • Regenhose: 60 Euro
  • Thermohose: 100 Euro
  • Wanderschuhe: 60 Euro
  • Winterstiefel: 100 Euro
  • Wasserabweisende Handschuhe: 20 Euro
  • Mütze & Schal: hat jeder zuhause ;-)

Ich sehe immer wieder zitternde Hundehalter beim Spaziergang, die einfach keine geeignete Kleidung tragen. Man sollte für die Outdoor-Sachen lieber ein bisschen tiefer in die Tasche greifen und gute Sachen kaufen. Die halten über Jahre und wenn es draußen bitter kalt oder klatschnass ist, dann ist man sehr dankbar für geeignete Kleidung und der Hund ist es auch. Denn unsere vierbeinigen Freunde wollen auch dann spazieren gehen, wenn wir lieber auf der Couch sitzen würden und zwar nicht nur 5 Minuten um den Block.

Für Spaziergänge bei „normalen“ Bedingungen kann man einfach irgendwelche alten Hosen, Pullover und Jacken aussortieren. Man muss dabei im Auge behalten, dass man von fremden Hunden angesprungen (oder gar angepinkelt) werden könnte. Feine Abendgarderobe á la Paris Hilton hat beim Hundespaziergang nichts zu suchen ;-)

Kosten für Frauchens/Herrchens Outdoorkleidung: 500 Euro

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man über die Jahre immer mal wieder ein neues Halsband, eine Kuscheldecke oder eine endlose Anzahl an getrockneten Rinderohren oder Ochsenziemern kauft. Es fällt auch schwer, an schönen Leinen und Halsbändern vorbei zu gehen, auch wenn die alten Sachen noch längst nicht kaputt sind. Diese Dinge kosten natürlich Geld und zwar viel Geld. Ich habe sie mal nicht einkalkuliert und dennoch:

Kosten für einen kerngesunden Ridgeback in 12 Lebensjahren: 16.800 Euro, das entspricht ca. 120 Euro im Monat.

Diese Kosten enthalten die jeweilige Grundausstattung bei einmaligem Ersatz der Halsbänder, Leinen und Spielzeuge sowie Kosten der Fütterung und Haltung und die Tierarztkosten für die Tollwutimpfungen alle 3 Jahre sowie eine eventuelle Einschläferung + Beerdigung.

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Hilfe! Wie erstelle ich einen BARF-Plan? Mit dem BARF-Rechner / BARF-Kalkulator!



Manch ein Hundehalter, der das Thema BARF für sich entdeckt hat, sitzt oftmals mit qualmendem Kopf vor vielen Nährstofftabellen und fragt sich, warum muss das Erstellen eines Futterplans so unglaublich kompliziert sein? Und überhaupt, wie viel muss nun von welcher Komponente im Futternapf landen? Und um Gottes Willen: bekommt der Hund auch genug Calcium?!?!

Immer mit der Ruhe. Einen gesunden Hund zu Barfen ist nicht wirklich kompliziert. Man muss sich natürlich etwas belesen, aber die Fütterung wird nach anfänglicher Panik schnell zur absoluten Routine. Als kleine Unterstützung für Anfänger habe ich einen BARF-Rechner erstellt, der einerseits mittels Gewicht und Futterbedarf des Hundes eine Aufteilung der einzelnen Komponenten als Tages- und Wochenration berechnet. Andererseits ermöglicht der BARF-Kalkulator die Überprüfung einer von Hundebesitzern ganz besonders gefürchteten Bedarfswerts: nämlich der Calciumversorgung. Außerdem beinhaltet die BARF-Tabelle eine praktische Hilfe zur Fleischbestellung. Wer sich seinen Gefrierschrank gleich im richtigen Bedarfsverhältnis des Hundes mit tierischen Leckereien befüllt, der muss sich um die Rationsgestaltung und Ausgewogenheit des Futters keine Sorgen mehr machen.

Der BARF-Rechner

Wer Excel auf seinem PC installiert hat, kann die Berechnungstabelle problemlos öffnen. Einfach auf den entsprechenden Link klicken, Excel-Tabelle auf dem PC speichern und ausfüllen. Fertig.


http://dl.dropbox.com/u/8223179/BARF-Tabelle_2007_Ausf%C3%BCllhilfe.xlsx

Funktionsweise

Arbeitsblatt Futterplan

Die Tabelle ist für maximal 3 Hunde ausgelegt. Die Daten des jeweiligen Hundes (Name, Gewicht, Wachstumsphase, Anzahl Fastentage, Futtermenge in % - große Hunde eher 2‒3 %, kleine Tiere 3‒4 %) werden im oberen Bereich eingetragen – einfach in die grauen Felder klicken und schreiben oder auswählen. Es gibt einen BARF-Futterplan, der Getreidefütterung berücksichtigt und einen ohne Getreide - einfach unten in der Excel-Tabelle auswählen.

Die Tabellen sind unterteilt in Wochen- und Tagesbedarf. Ich persönlich orientiere mich am Tagesbedarf, um zu sehen wie viel der Hund täglich ungefähr fressen muss. Dabei achte ich darauf, dass der Hund täglich die ungefähre Menge an RFK (Rohe fleischige Knochen) und Innereien bekommt, weil ich diese Komponenten gern auf so viele Tage wie möglich verteile. Die Bereiche Fleisch und Pansen verteile ich einfach im richtigen Verhältnis über die Woche. Mal gibt es an einem Tag nur Pansen + Innereien + RFK + Gemüse/Obst, dann mal nur Fleisch + Innereien + RFK + Gemüse/Obst.

Die blau hinterlegte Tabelle im unteren Bereich zeigt an, wie hoch der Calcium-Bedarf des Hundes ist und mit welchen Zutaten man ihn abdecken kann. Wenn man gemischte RFK - also sowohl sehr calciumhaltige (Rinderknochen) als auch weniger calciumhaltige (Hühnerflügel) - füttert, dann ist diese Tabelle eigentlich unwichtig. Wenn man aber gar keine Knochen füttern kann oder nur sehr weiche Knochen (wie z. B. Hühnerflügel) weil der Hund harte Knochen nicht verträgt, dann sollte man sich für den RFK-Anteil der Ration an der blauen Tabelle unten orientieren. Ansonsten kann man die blaue Tabelle für ein gutes Gewissen nutzen. Die darin verwendeten Calcium-Bedarfswerte basieren auf den Angaben von Swanie Simon, die sich an den Vorgaben des National Research Councils (NRC) orientiert hat. Dabei werden Bandbreiten angegeben - für ausgewachsene Tiere 5090 mg und für Welpen 115133 mg . Als Referenzwert für den Ca-Bedarf habe ich bei der getreidefreien Fütterung für Welpen mit 115 mg Calcium pro kg Körpergewicht pro Tag, für erwachsene Hunde entsprechend mit 50 mg gerechnet. Der Futterplan mit Getreide verwendet höhere Werte, nämlich 70 mg für erwachsene Hunde und 125 mg für Welpen. Der Grund dafür ist die im Getreide enthaltene Phytinsäure, die die Calcium-Verwertung hemmt. Daher wurde auch der RFK-Anteil in der Ration erhöht (von 15% auf 20% der tierischen Erzeugnisse).

Anwendungsbeispiel: Hund Bayo wiegt 10 kg, ist noch im Wachstum und bekommt 6% Futtermenge. Also bekommt er täglich insgesamt 600 g Futter. Dies setzt sich folgendermaßen zusammen: 120g Obst/Gemüse-Mix, 240 g Muskelfleisch, 96 g Pansen/Blättermagen, 72 g Innereien und 72 g RFK. So ist es der oberen Tabelle zu entnehmen. Bayo z. B. vertrug als Welpe allerdings nur Hühnerflügel und keine harten Knochen. In so einem Fall schaut man in die blaue Tabelle und gibt dem Hund 115 g Hühnerflügel, an Stelle von 72 g gemischten RFK um den Ca-Bedarf zu decken. Natürlich muss man die Werte runden. Kein Mensch wiegt 72 g von irgendwas ab. Man verwendet einfach 70 g. Man muss auch nicht täglich 240 g Muskelfleisch und 100 g Pansen/Blättermagen geben. Es ist auch kein Problem, an einem Tag mal 340 g Fleisch zu geben und an einem anderen Tag dann 340 g Pansen. Diese Futterkomponenten kann man über einen längeren Zeitraum gut ausgleichen.

Achtung, bei der Calcium-Tabelle (blau hinterlegt) wird ein eventueller Fastentag berücksichtigt. Ich gehe dabei davon aus, dass der Hund nur an den normalen Futtertagen Knochen oder Calciumpräparate erhält. Fastentage sind nur für erwachsene Hunde geeignet.

+++Neu+++ Alternativen zur Knochenfütterung werden hier erläutert.

Arbeitsblatt Fleischbestellung

Im zweiten bzw. vierten Arbeitsblatt (ganz unten in der Tabelle anklickbar) befindet sich der Bereich Fleischbestellung - jeweils getrennt nach getreidehaltiger Fütterung und einer Fütterung ohne Getreide. Dort sind bereits verschiedene Fleischsorten eingetragen. Die Übersicht kann beliebig erweitert und mit anderen Fleischsorten ergänzt werden. Sollte der Platz nicht ausreichen, dann kann man eine oder mehrere weitere Zeilen einfügen, indem man die ganze Zeile markiert und „Strg & +“ drückt (zum Markieren der Zeile einfach mit dem Cursor auf die Zeile 29 am linken Rand klicken, der Cursor verwandelt sich in einen horizontalen Pfeil und die gesamte Zeile wird dunkel hinterlegt). Es erscheint eine neue Zeile und man trägt dann ganz links z.B. „Lammfleisch“ ein und schon ist die neue Zeile einsatzbereit.

Während der Fleischbestellung trägt man dann einfach die entsprechende Menge in die jeweilige Spalte ein. Es sind schon beispielhaft Werte eingetragen. Unten sieht man dann, wie viel man insgesamt bestellt hat und wie das Verhältnis sein „Soll“ und wie es „Ist“. Bei Excel 2007 wird immer der Bereich rot markiert, der noch nicht im richtigen Verhältnis vorliegt. Bei Excel 2003 kann es sein, dass diese Funktion nicht vorhanden ist. Man kann dennoch sehen, in welchem Verhältnis man gekauft hat und wie viel es sein sollte. Wenn man mehr als 28kg (max. Gewicht beim Versand per DHL pro Paket) eingetragen hat, bekommt man eine Meldung.

Die Tabelle wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, dennoch kann ich natürlich keine Garantie oder Haftung für die Richtigkeit der Werte und letztendliche Verwendung durch den jeweiligen Besitzer übernehmen. Es ist wichtig, nicht einfach "drauf los zu barfen", sondern sich mit dem Thema vorab auseinander zu setzen und sich zu belesen oder erfahrene Barfer zu befragen.

Barfen ist nicht schwer und auch nicht sonderlich kompliziert, aber man kann durchaus Fehler machen, die der Hund dann ausbaden muss.

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Freitag, 10. Dezember 2010

Was macht ein afrikanischer Hund im Winter?


Die Kälte hat uns fest im Griff. Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt lassen uns Menschen zu dicken Winterjacken, Schals, Mützen und Handschuhen greifen. Was aber macht ein afrikanischer Hund in solch einer kalten Umgebung? Ridgebacks haben ein tolles, glänzendes Fell, aber sie verfügen über keinerlei Unterwolle. An den Innenschenkeln und im Bereich des Unterbauches sind Ridgebacks sogar so gut wie nackt. Sie scheinen für derartige Temperaturen ganz und gar nicht gerüstet zu sein.

Kann man bei -10°C oder gar -20°C überhaupt mit einem Ridgeback spazieren gehen? Ja, man kann (grundsätzlich) und die meisten Ridgebacks lieben Schnee sogar sehr. Wichtig ist, dass sich der Hund kontinuierlich bewegt, damit er nicht friert. Solange der Hund in Bewegung ist, stellt ein Spaziergang - auch bei wirklich niedrigen Temperaturen - kein Problem dar. Kritisch wird es allerdings, wenn man länger mit ihm stillstehen muss (etwa an einer Bushaltestelle oder auf einem Weihnachtsmarkt), der Hund irgendwie nass wird oder wenn die Spaziergänge zu lang werden. Hunde zeigen dann sehr deutlich, dass sie frieren: Sie zittern am ganzen Leib.

Aber auch dafür gibt es eine Lösung: Ein warmer Hundemantel. Das mag zwar lächerlich für einen so großen Hund erscheinen, aber gerade in Situationen, in denen sich der Hund sich nicht genug bewegt oder gar Erkrankungen am Skelett vorliegen, ist es wichtig, dass der Hund sich nicht unterkühlt. Man darf nicht vergessen, dass die meisten Hunde heutzutage Wohnungshunde sind. D. h. sie verbringen 2022 Stunden am Tag in beheizten Räumen und haben keine Chance, sich an die Kälte draußen zu gewöhnen. Gerade Hunde ohne wärmende Unterwolle sind da im Nachteil. Und dann sollen sie auf einmal auf einem Spaziergang Temperaturen unter 0°C aushalten, nur weil es große Hunde sind?

Bayo trägt Mantel, wenn es unter -5 °C sind

Lieber ein (für den Besitzer vielleicht peinlicher) Hundemantel als ein kranker Hund. Je älter ein Hund wird, desto weniger bewegt er sich in der Regel und desto empfindlicher wird er, was Kälte anbelangt. Neo konnte zwar auch im Alter von 9 Jahren noch einen schnellen Sprint hinlegen oder am Rad laufen, aber meistens spazierte er eher gemütlich durch die Gegend. Bei sehr niedrigen Temperaturen (unter 0°C) bekam er einfach seinen Mantel angezogen, der den gesamten Rücken und seine Flanken bedeckte, und er war zufrieden und fror nicht mehr. Auch jüngeren Hunden mit afrikanischen Wurzeln schadet ein Hundemantel nicht. Wer mal bei -10 oder -15 °C ein paar Stunden mit einem Kurzhaarhund unterwegs war, sollte danach mal die Haut des Hundes fühlen. Sie wird richtig kalt sein. Also, Mantel anziehen und schon bleibt der Hund deutlich wärmer.

Auf keinen Fall sollte man einen kurzhaarigen Hund wie den Ridgeback bei Temperaturen unter 0°C längere Zeit im unbeheizten Auto sitzen lassen, auch wenn es ein vermeintlich warmer Ort zu sein scheint. Damit sind keine kurzen Aufenthalte á la "ich geh mal schnell zur Post" gemeint, sondern längere Zeiträume (etwa auf dem Hundeplatz bei längeren Ruhephasen). Fahrzeuge kühlen sich schneller ab als man denkt und schon ist der Hund in der Eishölle gefangen. Auch da kann aber ein Hundemantel Abhilfe schaffen. 

Außerdem sollte man im Winter darauf achten, die Pfoten nach einem Spaziergang abzuwaschen, um mögliche Streusalzreste zu entfernen. Das Streusaltz brennt auf der Haut und der Hund wird versuchen, es abzulecken. Streusalz kann Frostschutzmittel enthalten, welches Hunde auf keinen Fall fressen sollten. Stehen längere Spaziergänge auf gestreuten Wegen bevor, sollte man auch nicht davor zurückschrecken, dem Hund  s. g. "Booties" anzuziehen.


Wie gesagt, die meisten Hunde lieben Schnee. Sie spielen ausgelassen und fressen oft auch Schnee. Zuviel Schnee kann jedoch Durchfall oder Erbrechen verursachen. Sogar eine Mandelentzündung könnte der Hund bekommen. Also sollte man Obacht geben, dass der geliebte Vierbeiner nicht all zu viel von der weißen Pracht verspeist.

Also, getreu dem Motto: „Der Winter ist keine Jahreszeit, sondern eine Aufgabe.“ auch immer die geliebten, kurzhaarigen Hunde im Auge behalten, wenn es draußen bitter kalt ist.